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17.04.2024 Laudatio Eröffnung der Ausstellung "Nehmt einander an" Altenpflegeheim Neufriedstein Radebeul

 

Eröffnung der Ausstellung „Nehmt einander an“ mit Arbeiten von Lieselotte Finke-Poser

Judika (Sonntag, 17. März) 2024, 11.30 Uhr Altenpflegeheim Neufriedstein Radebeul

Laudatio (Christof Heinze, Radebeul) Der geschriebene Text kann vom gesprochenen Wort abweichen.

 

 

Sehr verehrte Frau Lieselotte Finke-Poser, sehr geehrter Herr Direktor Thomas Slesazeck, liebe

Vertreterinnen und Vertreter der Diakonie, der Geschichte dieses Hauses und der katholischen

und evangelischen Kirchgemeinden, lieber Hans-Christoph Postler stellvertretend für die

Neufriedsteiner Familie mit denen, die hier wohnen und arbeiten, liebe Gäste; _

es gibt ein Bonmot von Pablo Picasso: „Jeder Mensch ist als Kind ein Künstler. Die Kunst

besteht darin, das zu bleiben, wenn man erwachsen wird“. Hinzufügen möchte ich, liebe

Lieselotte Finke-Poser: Welch eine Kunst ist es erst, das zu bleiben bis weit in das zehnte

Jahrzehnt eines Lebens hinein! Sie sind am 29. Dezember 1925 in Hessisch Lichtenau geboren

und in Meuselwitz und Leipzig aufgewachsen, wo Sie auch studiert haben. Seit nunmehr über

sieben Jahrzehnten leben und arbeiten Sie in Radebeul und drücken Ihre Liebe Jahr um Jahr in

einem schönen Kalender aus, auch dieses Jahr wieder. Die Stadt hat Ihre Liebe erwidert und

Ihnen 2022 den Kunstpreis der Großen Kreisstadt Radebeul verliehen. Die 25 Jahre

Altenpflegeheim Neufriedstein, die wir heute in Dankbarkeit feiern, nehmen sich da

vergleichsweise kurz aus. Wiewohl man sagen kann, dass Sie diesem Haus von Anfang an und

bis heute in diesem ganzen Vierteljahrhundert verbunden waren und es bereichert haben. Die

Ausstellung, die wir heute eröffnen, zeigt nicht nur das, sie dokumentiert aber auch diese

ununterbrochene Verbundenheit. Gestatten Sie mir für alle, die heute mit Ihnen hier sind, einige

Schlaglichter auf das, was wir hier sehen können.

Beim Apostel Paulus können wir lesen, dass wir im Glauben wandeln und nicht im Schauen

(2.Kor 5.7). Das bezieht sich auf unsere ewige und himmlische Heimat, die wir hier natürlich

noch nicht sehen. Dennoch kann man die ganze Bibel auch lesen als eine einzige Aufforderung,

jetzt schon zu sehen. Siehe, siehe, siehe —so heiß es immer wieder - und dann kommen Dinge

zur Sprache, die man nur glauben kann. In der Kunst Lieselotte Finke-Posers aber gibt es

sichtbare Brücken, die vom Glauben in das Schauen führen und auch umgekehrt. Um das Wesen

dieser Brücken zu erfassen, kann man sich vielleicht bei Caspar David Friedrich belesen (1774-

1840): Ein Maler soll nicht nur malen, was er vor sich sieht, sondern was er in sich sieht. Wenn

er in sich nichts sieht, braucht er das auch nicht zu malen, was er vor sich sieht. Die Innensicht

malt mit, so’ ist das wohl gemeint, das Auge des Herzens, der Glaube.

Lieselotte Finke-Posers Oeuvre ist so umfangreich, dass eine Auswahl getroffen werden

musste. So ziehen sich die Gestaltungen zu den Jahreslosungen und die dazu in Beziehung

gesetzten Arbeiten wie ein roter Faden durch die Konzeption dieser Ausstellung. Man kann sie

betrachten wie eine Perlenschnur des Glaubens, die sich durch das Leben der Künstlerin ebenso

hindurchzieht wie durch die Geschichte Neufriedsteins. Der Grundstein für dieses Haus wurde

dort gelegt, wo sich jetzt im Andachtsraum der Altar befindet. Das darin enthaltene Wort aus

dem Römerbrief ist dort zu lesen: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu

Gottes Lob (Rö 15.7). Lieselotte Finke-Posers Gestaltungen hierzu sieht man jetzt linkerhand

in der Kapelle, 2015 war das unsere Jahreslosung. Hier zeigt sich etwas, was man in ihren

Bildideen immer wieder sehen kann: Sie ist sich der Dunkelheit sehr bewusst und ist doch auf

das Licht aus. Dabei will sie nicht aus sein auf gefällige und harmonische Bilder, die das Dunkle

ausblenden oder überspringen. Nehmt einander an... Vor einem Menschenalter noch sprach die

Welt von Deutschland mit Abscheu und Entsetzen. 2015 hat sich unser Land mit seiner

Mitmenschlichkeit und seiner Hilfsbereitschaft weltweite Hochachtung und sehr viel

Sympathie erworben. Der dunkle Hintergrund war eine humanitäre Katastrophe und die schon

Damals elende Lage so vieler Menschen in der Welt. Lieselotte Finke-Poser reflektiert das sehr

genau, auch auf dem Hintergrund ihrer Lebensgeschichte und der eigenen Erfahrung, der

endlosen Flüchtlingsströme aus dem Osten am Ende des Zweiten Weltkriegs. Aus einer tiefen

Frömmigkeit schaut sie auf das Weltgeschehen und die Stimmungen bei uns im Lande. Licht

- und Liebe — das sieht man hier in der Kapelle und dann immer wieder — sind für Lieselotte

Finke-Poser ein Bekenntnis, unzerstörbar und unter allen, wirklich allen äußeren Umständen

unbeirrbar. Es lohnt sich, auch die von ihr mit der Hand geschriebenen Texte zu lesen. Das Licht

— so sehe ich das immer und immer wieder in ihren Arbeiten — hat auch bei schwärzester

Dunkelheit die größere Kraft. Auf dieses Licht kommt es an in der Welt, die Finsternis hat keine

wesentliche oder gar gestaltende Kraft, mag sie noch so bedrängend und womöglich eine Weile

obenauf sein. Achten Sie einmal bewusst auf die letzten Sätze in Lieselotte Finke-Posers

Texten! Noch in den Bildgestaltungen in der Kapelle kann sie — immer in Verbindung mit

Dunkelheit und Licht —die Krippe und das Kreuz zueinander in Beziehung setzen und in

Verbindung bringen, die Geburt und den Tod. In der Gestaltung zur Jahreslosung von 2007 (Jes

43.19: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf- erkennt ihr’s denn nicht?), auch

noch in der Kapelle, sehen wir das Wunder des beginnenden Lebens im Embryo, im Fötus, und

im gleichen Rahmen rechts daneben einen abgestorbenen Baum, der an ein Kreuz erinnert —

mit winzig kleinen Blättchen und Blümchen rechts oben und unten links —-eines der Grundbilder

im Jesajabuch, hineinkomponiert in die Spannung von Licht und Finsternis, die man wohl auch

„in sich“ suchen und sehen muss. In einer Behausung für das hohe Lebensalter ist dieser Blick

tröstlich: Dass in jedem Augenblick unseres Lebens, auch im allerersten, etwas Altes endet.

Dass aber auch in jedem unserer Augenblicke, selbst im allerletzten, etwas Neues beginnt.

Wir verlassen die Kapelle und gehen zunächst etwas auf und ab im langen Flur. Gleich links

finden Sie Albert Schweitzers Porträt in Öl von 1985. Die Künstlerin hat Schweitzer bewundert

und ihm einmal auch ein Porträt in mehrfacher Ausfertigung nach Lambarene geschickt mit der

Bitte, ihr eines mit einem handschriftlichen Gruß zurückzuschicken. Das hat er auch getan, kurz

bevor er 90-jährig in Gabun gestorben ist. Dieser Kreis schließt sich im Foyer in der Nähe des

"Fahrstuhls am Ende des Rundgangs, wo Lieselotte Finke-Poser bewusst drei Linolschnitte zu

Schweitzer platziert hat, verbunden mit einer Gestaltung zur Jahreslosung für 2024: All eure

Dinge lasst in der Liebe geschehen (1.Kor 16.14). Wie Wasser strömt da die Liebe, sie wird

nicht festgehalten, sondern fließt durch die großen Hände in der Bildmitte zu den vielen

Händen, die sich ihr bedürftig entgegenstrecken,

Zwei wahre Meisterstücke sind mir besonders einprägsam in diesem langen Flur. Sie sind beide

"verbunden mit biblischen Worten, berühren einen in einem Altenpflegeheim aber auch ganz

unmittelbar: Ganz hinten rechts, noch hinter der Friseurtür das Bildnis einer alten Frau mit der

im aquarellierten Hintergrund angedeuteten Hand das Todes, aus der Gott errettet, ein von der

‚Künstlerin der Jahreslosung hinzugefügtes Bekenntnis der Hoffnung. Die alt gewordenen

Hände der Frau sind wie oft in Lieselotte Finke-Posers Arbeiten Teil des Porträts und bilden im

unteren Vordergrund ein Dreieck mit den ängstlichen Augen und Meisterinnenschaft, ebenso wie das großartige Blatt weiter vorn im Gang, auch hier ein Bildnis einer Greisin in Verbindung zur Jahreslosung von 2006, ergänzt um das Gebet: Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde (Ps 71.6) Daneben steht das eindrucksvolle Porträt Krzysztof Pendereckis anhand seiner Lukas-Passion für die lebenslange Inspiration , die die Künstlerin von der Musik empfangen hat.

Schließlich will ich noch hinweisen auf ein Blatt in Verbindung zur Jahreslosung von 2011 (RÖ 12.21: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem). Sie finden es neben der Tür der Heimleitung im Gang. Ein neu geborenes Kind lässt zunächst an Weihnachten denken. Es ist aber abgelegt im Müll, im physischen und seelischen Elend der Welt. Man erkennt eine Zeitung, die bittererweise „Die neue Zeit“ heißt, aber auch einen Toten zwischen einem zerbrochenen Kruzifix und einer weggeworfenen Klobrille. Daneben ein geschriebenes Bekenntnis der Künstlerin voller Trauer und Zorn über den Zustand der Welt und einem trotzigen „Die Liebe siegt” am Ende. Auch in diesem Bild hat: das Licht eine
unwiderstehliche Kraft, aller Scheußlichkeit zum Trotz. Wirklich wesentlich sind nur das Kind und das Licht. Die Gestalten der Gier und der Feindseligkeit stehen bedeutungslos im Schatten, haben damit nicht zu tun. Das Vertrauen auf den Sieg der Liebe ist auch der Glaube an die Unzerstörbarkeit des Lebens überhaupt. Heute ist Judika, vor uns liegt der Karfreitag mit all seiern Finsternis, und dann spricht der Gott des Lebens sein Wort. Dann wird aus Abend und Morgen ein neuer Tag.

Lieselotte Finke-Poster illustriert oft und hat eine Meisterschaft darin, und das Illustrieren war

ja auch eine wichtige Beschäftigung in ihrem langen Künstlerleben. Sie ist aber auch eine wirkliche Meisterin der Malerei und der Grafik, s dass ihre Motive oft durchaus explizit sind. Nachmeinem Empfinden aber niemals bloß gefällig oder plakativ anmuten und so über das Illustrieren hinauskommen – wo „ Illustrieren“ ja in der lateinischen Sprache „ erleuchten“ oder  „erhellen“ bedeutetet und auch in der Kunst ein Recht hat. So sind mache ihrer Bildzeichen bewusst unmissverständliche, explizite Glaubenszeugnisse. Andere sind und bleiben ausdeutbare Seelenbilder, die offen bleichen und sich öffnen auf etwas Unsagbares und nicht Darstellbares hin. |

Ich habe das bisher nicht so gesehen und hier jetzt entdeckt: Unsere Jahreslosungen — unverkennbar das Ordnungsprinzip dieser Ausstellung — können in ihrer Abfolge buchstäblich eine Geschichte erzählen. Und so danke ich Gott für den Kreis, der sich schließt um Lieselotte Finke-Posers Lebensbekenntnis und um diesen Ort. Von der Jahreslosung 1998, als das 1999 eingeweihte Haus erbaut worden ist; Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat (Eph 5,2) - bis hin zur Jahreslosung von 2024, in dem Neufriedstein auf ein Vierteljahrhundert gesegneten Wirkens zurückblickt: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe (Kor 16.14). So gratuliere ich dem Haus in Neufriedstein nicht nur von Herzen zu den 25 Jahren seines Bestehens, sondern auch zu dieser wunderbaren Ausstellung, die aus dem Gegensatz von Glauben und Schauen eine so lebendige Synthese macht. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. 

 

 

07.11.2016 (Annette Lindackers/Wochenkurier)

„Häufig kommen sie als Fremde und gehen als Freunde“

Der Radebeuler Grafikmarkt ist bei Künstlern beliebt. Liselotte Finke-Poser (90) ist Mitbegründerin des Grafikmarktes und zeichnet mit Vorliebe Dirigenten bei der Arbeit. Wir hatten Gelegenheit, mit der ältesten Künstlerin zu sprechen.

 

Eine helle, kleine Wohnung im zweiten Obergeschoß mitten im Herzen von Radebeul. Spontan wird der Blick auf eine Menge an Bildern gelenkt, die an der Wand hängen, oder auch in großer Zahl im Rahmen an der Wand gelehnt stehen.

Landschaften, Menschen und Tiere

Auf den Aquarellen, Ölgemälden und Pastellkreidebildern sind überwiegend Landschaften, Menschen und Tiere festgehalten. Fast fühlt man sich hier wie in einer Ausstellung, doch durch die vielen gestapelten Bilderrahmen mangelt es etwas an der für gemütliches Flanieren nötigen Beinfreiheit. Hier lebt seit 20 Jahren die Malerin und Grafikerin Liselotte Finke-Poser. Bereits im Jahr 1953 zog sie mit ihrem Mann von Leipzig nach Radebeul.

Liselotte Finke-Poser kam am 29. Dezember 1925 in Hessisch-Lichtenau zur Welt. Die Familie siedelte nach Leipzig um und  trotz des Krieges machte sie 1944 dort ihr Abitur. „Ich liebte schon immer das Zeichnen, habe alles bemalt, was mir in die Hände kam“, beschreibt die alte Dame den Beginn ihres künstlerischen Werdegangs. Die ältere Schwester fing nach dem Abitur mit dem Medizinstudium an, denn der Vater wollte, dass sie etwas „Anständiges“ lernt. Liselotte wurde als einziges Mädchen des Jahrgangs an der Akademie für Grafik und Buchkunst genommen.

Freie Künstlerin

Dem christlichen Glauben verbunden war sie aktiv in der evangelischen Studentengemeinde und mied die Nähe zur offiziellen Politik, was dazu führte, dass sie 1950 das Studium ohne Abschluss beenden musste. Trotzdem begann Lieselotte Finke-Poser ihre Tätigkeit als freie Künstlerin. Ihren ersten Auftrag erhält sie für die Illustration eines Jugendbuches. In den folgenden Jahren malte sie vor allem Tiere.

Maler und Musikus

Ihren Mann lernt die junge Malerin in Leipzig kennen und sie heiraten 1950 dort. Der studierte Querflötist bekommt eine Stelle an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul und zieht gleich dorthin. 1953 folgt ihm seine Frau, 1954 wird Sohn Max geboren. Auf die Frage, wie zwei Künstler glücklich miteinander auskommen,  zitiert sie spontan Wilhelm Busch: Ein Maler und ein Musikus, so Wand an Wand, das gibt Verdruss. „So war es bei uns nicht“ lacht sie und sagt „wir haben glücklich miteinander gelebt und konnten sogar die goldene Hochzeit zusammen feiern.“ Seit 2003 ist Liselotte Finke-Poser Witwe.

Am liebsten Portraits

In ihrer neuen Heimat Radebeul malte die Künstlerin zu Beginn ihrer Zeit überhaupt keine Landschaften, weil das die anderen Künstler schon längst taten. Inzwischen ist das ganz anders, seit Jahren kann man einen Teil ihrer Landschaften im Radebeuler Kalender bewundern. Am liebsten aber malt sie Portraits. „Denn da“, so erklärt sie, „sieht man nicht nur das Äußere, sondern das, was in dem Menschen steckt.“ An der Wand im Wohnzimmer hängen drei Zeichnungen von ihren Urenkeln. So erklärt sie ihre Vorliebe, Kinder und alte Menschen zu portraitieren. Seit einiger Zeit schaut sie Dirigenten beim Dirigieren zu und malt sie. Ihre Sammlung umfasst schon 27 Dirigenten, auf die Frage wie viele sie noch malen will winkt sie ab und sagt „das hört doch nie auf!“

Sehr häufig geht sie nicht mehr vor die Tür, der Rücken macht Beschwerden und in der hellen Wohnung gefällt es ihr. „Es kommen viele Leute zu mir“, sagt sie lächelnd, „häufig öffne ich ihnen als Fremde die Tür und sie gehen als Freunde.“

 

Bilder an die Leine geklammert

Auf die Frage nach dem Grafikmarkt erzählt Liselotte Finke-Poser, dass sie vor 38 Jahren mit einer handvoll Radebeuler Künstlern gemeinsam mit dem Kulturbund den Grafikmarkt ins Leben rief. Damals riet man den Künstlern davon ab, es würde sich nicht lohnen. „Anfangs“, berichtet sie farbenfroh, „haben wir große Bilder zum Verkauf im Rathaus mit Klammern auf die Leine gehangen. Die Besucher waren aber auf der Suche nach kleinen Bildern, die gut in ein Westpaket passten. Also haben wir dann kleine Bilder ausgestellt!“. Ihr ist er vor allem wichtig, dass die Menschen sich für Kunst interessieren und zum Grafikmarkt kommen. Und das tun sie seit 38 Jahren. „Der Grafikmarkt blüht“, so Finke-Poser begeistert, „selbst den Umzug in die Elbsporthalle hat er gut überstanden.“            

 

Annette Lindackers

 

Link zum Wochenkurier

http://www.wochenkurier.info/sachsen/meissen/artikel/haeufig-kommen-sie-als-fremde-und-gehen-als-freunde-32009/

25.04.2001 (Grit Michael)

"Lieselotte Finke-Poser ist eine Künstlerin, die ihre Umwelt mit Verstand und Herz in ihren Werken lebendig werden lässt. Sie hat die große Gabe in die Seele der Menschen und Tiere zu schauen. Betrachtet man die Augen der dargestellten Personen, ist man von der Tiefe des Blickes gerührt, der dem Betrachter durch die Ausdruckskraft der Bilder gewährt wird. Besonders im Kontrast zwischen Jugend und Alter bis hin zum Greis kommt die Meisterschaft in ihrer Kunst zum Ausdruck. Ob Naturzeichnungen, Tierdarstellungen oder Portraits, Frau Lieselotte Finke-Poser malt mit dem Herzen. Ihre Heimatverbundenheit finden in den zahlreichen Radebeuler Aquarellen einen überzeugenden Ausdruck. Die ethisch-moralische Grundhaltung ihrer Bilder ist von ihrem christlichen Standpunkt geprägt. Diese findet auch in der Verbindung zu Albert Schweitzer ihren lebendigen Ausdruck. Beide Persönlichkeiten verbindet dieselbe Grundeinstellung zum Leben und zur Gesellschaft. Ein Porträit von Albert Schweitzer wird in dieser Ausstellung gezeigt."

Laudatio des Oberbürgermeisters der Stadt Radebeul, Herrn Bert Wendsche zur Ausstellungseröffnung von Frau Lieselotte Finke-Poser anlässlich des Tages der Diakonie am 9.10.05 im Pflegeheim Neufriedste

Es ist für mich eine Freude, aber auch eine große Herausforderung hier heute die Laudatio zur Ausstellungseröffnung von Frau Lieselotte Finke-Poser zu halten. Ist dies doch in der Regel Kulturjournalisten oder Kunstwissenschaftlern vorbehalten.

Als die kleine Lieselotte Finke-Poser gerade einmal sieben Jahre alt war, erfolgte in Deutschland die Machtergreifung des Nationalsozialismus und als sie knapp 20 Jahre alt war, ging der grausamste Krieg den Europa je gesehen hatte mit unsäglichem Leid und Zerstörung zu Ende. Einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend musste sie in einem diktatorischen, den menschlichen Geist bedrückenden und pervertierten Umfeld verbringen. Vielleicht liegt jedoch gerade am Umfeld und den Erlebnissen jener Jahre die wesentliche Ursache für den Kraftquell dieser Frau, für ihre unauslöschliche Sehnsucht nach menschlicher Wärme, für ihre Freude am Aufzeigen der Schönheit, des Stolzes des einzelnen Menschen, der einzelnen Kreatur.

Nach dem Krieg widmete sie sich intensiv ihrer künstlerischen Ausbildung und macht ihr Hobby zum Beruf. Anfang der 50er Jahre trifft sie zwei Entscheidungen, die ihr weiteres Leben maßgeblich prägen und mitbestimmen sollen. So heiratet sie zum einen den Flötisten Willi Finke und zum anderen fassen sie beide dann den Entschluss, nach Radebeul überzusiedeln. Seitdem sind beide fest in der Radebeuler Kultur- und Kunstszene verwurzelt. Sie mit der Vielfalt ihres bildnerischen Schaffens und er neben der Musik als Mitbegründer , Bewahrer und Begleiter des Radebeuler Grafikmarktes.

Vieles gebe es aus dieser Zeit zu berichten und zu erzählen, doch heben wir uns dies für das runde Lebensjubiläum von Frau Finke-Poser auf, dem wir uns mit Riesenschritten nähern.

Sie selbst gibt dieser Ausstellung „Lebenszeiten“ mit einem Anspruch von Albert Schweitzer das Leitmotiv:

Das Wenige

was du tun kannst

ist viel

wenn Du nur

Weh und Angst

von einem Wesen

nimmst

sei es ein Mensch

oder

irgendeine Kreatur.

Ein Motiv, dass sich wie ein roter Faden durch ihr künstlerisches Schaffen zieht, egal ob es die vielfältigen Friedensmotive sind, die diversen Auseinandersetzungen mit biblischen Figuren und Texten oder auch die Landschaftsbilder, die in vielfältigen Formen ihre Liebe und Verbundenheit zur Radebeuler Wahlheimat ausdrücken.

So war es für mich schon ein besonderes Erlebnis, als ich vor zwei oder drei Jahren zum Tag des offenen Ateliers in ihre Wohnung, die gleichzeitig ihr Atelier ist, durch sie in die Vielfalt und Reichhaltigkeit ihrer Malerei eingeführt wurde.

Doch bei aller Vielfalt sind es zwei Motive, die ich ihrem Schaffen immer wieder in immer neuen Variationen auftauchen. Da sind zum einen die Portraits – auch Bewohner dieses Hauses wurden von ihr schon portraitiert – und dort immer wieder die bezaubernde Welt der Kindergesichter. Oft Gesichter, die mit großen glänzenden Augen, mit Leichtigkeit, Neugier und Interesse in die für uns Ältere oft vielfach schwer lastende Welt eintreten. Bilder, wo jedes für sich unverwechselbar schön ist.

Ich kenne einige Radebeuler, die ihre Kinder von Frau Finke-Poser zeichnen ließen. Sicherlich damit immer auch ein Stück Stolz auf ihre Kinder ausdrückend und bewahrend. Diese Bilder begleiten die Väter und Mütter dann lange, lange Jahre, auch wenn die Kinder zwischenzeitlich groß geworden, dem Kindsgesicht von damals längst entwachsen sind, vielleicht gar selber Kinder haben. Vielfach spenden die Bilder auch Trost, verkürzen die Zeit des Wartens, wenn es die Kinder beruflich und familiär in die weite Welt verschlägt.

Wieviel mehr Erinnerung liegt in diesen Portraits, wie viel mehr Wärme strahlen sie aus, wie viel mehr Lebenshilfe sind sie doch als ein kleines Passfoto!

Das zweite Motiv, welches immer wieder auftaucht, sind die Katzen. Nicht die Katze als kleines Raubtier, sondern die Katze im besten Sinne des Wortes als Haustier, als des Menschen treuer Begleiter. Auch hier kommt wieder die ganze Sehnsucht nach Nähe, Wärme, Freude und Geborgenheit zum Ausdruck. Und machen wir uns nichts vor, hat die Katze nicht vielfach die Funktion, Stunden der Einsamkeit zu überbrücken, abzulenken von den Sorgen des Alltags?

Frau Finke-Poser zeigt bei Leibe keine heile Welt, versucht diese auch nicht vorzugaukeln. Sie verleiht der Sehnsucht nach ihr Ausdruck, sie versucht mit ihren Bildern ein Stück Lebenshilfe zu geben. Immer getreu ihrem vorhin zitierten Leitmotiv.

Dies ruft bei mir immer wieder die Erinnerung an einen Geburtstagszyklus wach. Zuerst war da der ganz „normale“ 100. Geburtstag einer alten Dame in ihrem heimischen Radebeuler Umfeld. Kurz vor ihrem 101. Geburtstagsjahr erlitt sie einen Oberschenkelhalsbruch. Sie bestand jedoch darauf, teilweise gegen den Willen ihrer Kinder, dass sie die Glückwünsche im Krankenhaus entgegen nehmen konnte. Leider war ich dienstlich abwesend, so dass mein Stellvertreter diese Aufgabe für mich wahrnahm. Beim Abschied gab sie ihm dann fordernd mit auf den Weg:“ Es ist schön, dass sie dieses Jahr da waren, aber nächstes Jahr kommt doch wieder der Oberbürgermeister.“ Und wirklich das kommende Jahr, jetzt im Pflegeheim Käte-Niederkirchner, konnte ich zum nunmehr 102. Geburtstag die Glückwünsche der Stadt überbringen. Und zufällig war da auch Lieselotte Finke-Poser anwesen. Die Jubilarin ließ es sich nicht nehmen, in Erinnerung an ihre Bühnenzeiten als Sängerin uns ein Lied vorzusingen. Auch wenn die Stimme teilweise brüchig war, wieviel Stolz und Freude war da im Raum, wieviel Glück empfand diese Frau. Im Anschluss konnten wir alle gemeinsam mit ihr singen.

Wie passend ist diese Erinnerung auch für das Schaffen von Frau Finke-Poser, ist dies doch immer auch ihr treibendes Ziel.

Ob sie einen Kunstpreis verdient hat, dass kann ich nicht einschätzen, das sollen die Fachjuroren tun. Eines weiß ich jedoch sicher, sie hätte einen Preis für Mitmenschlichkeit, für die Bestärkung der Kleinen und Schwachen verdient.

Und was passt besser zum heutigen Tag der Diakonie!

Auszug der Ausstellungseröffnung „MENSCHENBILDER" 5. August 2001 Frauenkirche zu Meißen mit der Laudation von Joachim Schöne

 Auszug der Ausstellungseröffnung „MENSCHENBILDER" 5. August 2001 Frauenkirche zu Meißen mit der Laudation von Joachim Schöne

..." Erste Begegnung

Im April 1974 habe ich Frau FP in Ihrem schönen Radebeuler Atelier besucht, trotz der Fülle der Arbeiten und benötigten Hilfsmittel habe ich es lauschig und idyllisch empfinden.

Da war eine zupackende, sachliche und doch von einer innerlichen und wärmenden Ausstrahlung geprägte Künstlerin am Werk. Drei Stunden war ich dort, habe vieles gesehen, betrachtet, zugehört und gefragt. Ich war gerade zwei Jahre als Nachfolger von CR in meinem Dienst und verdanke meine Einsichten und Kenntnisse weniger Bücher und Fachliteratur als vielmehr solchen Menschen wie FP. Broterwerb: Illustrationen, exakt genaue, bestechend schöne Tier-Illustrationen / Sachbücher, Lexikon. Aber eben: Keine "Lebens"aufgabe!

Gemeindeabend Friedenskirche Radebeul: Linolschnitte zur Passion/ Lukaspassion Penderezky. Dia und Musik

Kinderbildnisse: Zyklus in Linol „Kinder in unserer Welt" / Kinderbilder gemalt / Antje Lebensvoll und tief anrührend / Das Unaussprechliche, technisch nicht Festhaltbare.

3. Ausstellung in der Kreuzkirche / Juli/August 1977 „Gottes Hände halten mich"

Der Kunstdienst hat in der Ausstellungskapelle Kinderbildnisse und thematische Bilder zu Kindern von Frau FP gezeigt. Aus dem Gästebuch mit mehr als 100 Einträgen einige kurze Auszüge:

*Eine Frau aus Zürich: „Ihre Bilder haben eine wundervolle Aussage von Freude und Leid."

*MW aus WarenMüritz: „Man muß sie liebhaben, die Kinder! So wie die Künstlerin die Kinder gesehen hat, mögen alle Menschen auf die Kinder blicken."

*Ehem. Kruzianer: „Kreuzkirche - Heimat des Kreuzchores, und dazu die stark beeindruckende Ausstellung der Poser'schen Arbeiten: Auf jeden Fall ein Erlebnis. In Dankbarkeit...

*Student aus Leningrad: „Vielen Dank für schöne Ausstellung. Daran habe ich schon viel und lange gedacht...

* EV, eine Besucherin: „Danke für diese Schönheit und Stille in unserer hektischen Zeit!"

*Besuchergruppe: Man freut sich an den Bildern - und ist erschüttert! (Kinder im Krieg ) Mehr solche Ausstellungen--an-dieser-Stätte Mit dankbarer Anerkennung..."

4. Ausstellungen

Das Ausstellungsverzeichnis bis zum Jahre 2000, das mir vorliegt, führt 22 Personal-Ausstellungen, sowie eine große Anzahl an Ausstellungsbeteiligungen auf. Das ist nicht viel bei einer Künstlerin, die so leidenschaftlich arbeitet und künstlerisch reife, inhaltlich aktuelle und geistig wie auch geistlich reife Arbeiten geschaffen hat.

Frau FP schrieb kürzlich an mich: "Die Liste der Personal-Ausstellungen wäre noch dahingehend zu ergänzen:

2000 Orthopädie & Rehatechnik Dresden

2001 KD Ausstellung BLÄTTER ZUR PASSION Dreikönigskirche Dresden LEBENSBILDER Landschaften und Porträts Fraunhofer Institut Dresden Nun MENSCHENBILDER Frauenkirche Meißen

Abschließend ist in diesem Jahr noch eine weitere Ausstellung in Königstein geplant. Das sind alles Folgen der im März 2000, anlässlich meines 75. Geburtstages, stattgefundenen Ausstellung in der Stadtgalerie Altkötzschenbroda.

Zu DDR-Zeiten waren meine Arbeiten allenfalls in Kirchen zu sehen; denn in den Kunstausstellungen wurden sie ja jedes Mal ausjuriert. Ich erwähne das - aber ohne Bitterkeit! Ich bin unbeirrt den Weg gegangen, den ich gehen mußte." Ich füge hinzu: Es war und ist ein guter Weg, wie auch diese Ausstellung zeigen wird. Zu ihr schreibt sie im gleichen Brief:

5. MENSCHENBILDER

Ausstellung in der Frauenkirche Meißen 26. Juli bis 26. August 2001 Ich zitiere: "Vom Veranstalter (Frauenkirche Meißen) waren diesmal ausdrücklich nur Köpfe gewünscht. So einigten wir uns auf diese drei Themen:

1. Kinder-Köpfe

2. Gesicht des Alters

3. Biblische Köpfe" Ende des Zitats

Es ist eine alter, aber immer wieder vergessener Ratschlag an Künstler, Kunstwerke zu schaffen und an solche Leute wie mich, Kunstwerke zu zeigen, eben „heraus-zustellen", nicht aber viel über sie zu reden oder diese gar zu erklären. Da wir in Kürze in die Ausstellung gehen werden, einiges schon gesehen haben und - vor allem - wiederkommen können, um die Arbeiten zu betrachten - folgen jetzt nur noch wenige Informationen.

Frau FP malt nicht Köpfe ab, schafft nicht - es sei denn der Wunsch danach besteht - schöne Porträts, wie sie auch ein guter Fotograf fertigen könnte.

Sie gestaltet Menschenköpfe - Eindrücke, Empfindungen, Lebenserfahrungen fließen ein. Immer wieder wird das Bild vorgenommen auf den Mahltisch, auf die Staffelei Es-wird daran immer-wieder-gearbeitet, es verändert- sich behutsam - oder mit starken Strichen und Farben. Es wird dunkler oder fangt zu schimmern an, zu leuchten. Immer mehr wird freigelegt, was im Innern des Menschen und seines Bildes verborgen gewesen ist.

Oder ganz anders: Eine Botschaft, ein klarer, ein neuer Gedanke gerät in das entstehende Antlitz hinein. Es bleibt kein stummes Bild, es fängt zu leben an, sich mitzuteilen, zu flüstern, zu sprechen, zu schreien.

Wir sehen hier, von meisterlichen Händen geschaffen MENSCHEN - BILDER. Bilder aus dem Leben, Bilder voller Leben, Bilder, die zu leben helfen. Vielleicht, so kann ich es mir vorstellen, hat Lieselotte Finke/-Poser bei ihrer Arbeit an den Menschenköpfen gelegentlich an ein uraltes Bibelwort gedacht: Der Dichter des 8. Psalms fragt Gott: „Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?"

Nicht nur flüchtig hinzuschauen, sie zu betrachten, und seien es nur eines oder zwei Menschenbilder, die im Gedächtnis haften können - als Lebenshilfe! -‚ das bleibt Ihnen und mir zu tun.

Joachim Schöne

Sächsische Zeitung 28. Juli 2001

Lebendige und ausdrucksstarke Menschenbilder

Meißen/Radebeul. " Menschenbilder" nennt Lieselotte Finke-Poser ihre jüngste Ausstellung. Die Schau der Malerin und Grafikerin ist bis 27. August im Seitenschiff der Frauenkirche zu sehen. Neben vielen anderen Motiven gestaltet Lieselotte Finke-Poser vor allem Portraits- sprechende, lebendige, ausdrucksstarke Menschenbilder. Die Ausstellung zeigt Gesichter von jungen und alten Menschen. Außerdem werden Bilder von biblischen Figuren ausgestellt, die dem Betrachter eine überzeugende Aussage vermitteln. Seit 1953 lebt Finke-Poser als freischaffenden Malerin und Grafiker in Radebeul. Seit jeher ist sie eine bekannte und geschätzte Künstlerin. Sehr zeitig begann sie damit, auch christlich-biblische Themen in ihren Bildern auszudeuten. vor der Wende war ihr fast jede Möglichkeit für Ausstellungen verwehrt. Umso mehr hat sie seit den 90er Jahren Gelegenheit dazu. So ist gegenwärtig eine umfangreiche Sammlung ihrer Bilder im Frauenhofer-Institut Dresden zu sehen. Viel Beachtung fand die Ausstellung ihres Passionszyklus im Frühjahr in der Dreikönigskirche.

 

Radebeuler Vorschau vom März 1992

"... Die ethisch moralische Grundhaltung ihrer Bilder sind auch vom christlichen Standpunkt der Malerin geprägt"

Die UNION vom 9. März 1976

"...In ihren Arbeiten schwingt immer ein Dualismus mit. Er meint die Ordnung und das Chaos, er meint Geborgenheit und Bedrohung, meint Leben und Tod, den Frieden und den Krieg, den Überfluss und den Hunger...Die Themen , die Lieselotte Finke-Poser aufgreift, sind unterschiedlichster Herkunft. Manchmal ist es ein Dichterwort, das sie grafisch ausdeutet, häufig wird sie durch Musik inspiriert, oft fügt sie Bibelworten das Ihrige hinzu. Das meiste allerdings ergibt sich aus den Beobachtugnen des Alltags und dem Nachdenken über geschichtliche Ereignisse... wohl findet sie ihr Glück in der Geborgenheit der Familie, doch ihr Blick geht darüber hinaus. Sie nimmt Anteil an den Gebrechen der Welt und führt sie uns immer wieder vor Augen, damit wir Veränderungen zum Guten anstreben, für deine Welt im Frieden einstehen." Sabine Sülfohn NEUE ZEIT vom 28.12.1985  

"... Kinder in der Welt - das ist nicht nur das Thema eines Zyklus der Künstlerin, es ist auch das Spannungsfeld in dem sie lebt, das ihr Leben gestrafft hat zu einem ständigen Engagement"

Ilse Bongart DIE UNION vom 23.Mai 1970

" Das Zeichen des Kreuzes gewinnt für die Künstlerin Finke-Poser  erhöhte Bedeutung: Als brennendes Fanal im Hintergrund schrecklichen Geschehens, als stürzender Balken, der Kinder zu Boden drückt, als Flugzeuggruppe gar, vor dessen Bomben die  ´Vietnamesische Madonna´ flieht. `Auch das Kreuz ist von Menschen gemacht, sein tieferer Sinn von ihnen oft missbraucht 'erklärt sie und bezeugt damit aufs neue, wie intensiv sie sich mit der Schrift befasst und sich auf ihre Weise zu übersetzen und zu vermittel sucht..."